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Montag, 19. September 2016

Der Bär, der fliegt



Dieser seltene und von Aussterben bedrohte Falter namens Brauner Bär sitzt unbeirrt auf meinem Schuh. Schreibt Saskia-Marjanna Schulz. Und macht dieses Foto: Brauner Bär, Österreich am 03.08.2016.


Ich las die Headline in meinem Posteingangsordner „Brauner Bär“. Und dachte: brauner Bär? Sind nicht alle Bären braun? Na, ja. Bis auf die quitschgrünen, tomatenroten oder sonnengelben Teddybären?


Mit Bären kenne ich mich nicht so gut aus. Jedenfalls nicht so wie mit anderen Themen. Wie mit Politik, Geschichte oder auch Literaturgeschichte. Deutscher Literaturgeschichte.

Die Interessen sind in unserer Familie gut verteilt. Mein Bruder ist für Sport zuständig. Mein Cousin für Kunst. Und meine Cousine für Biologie. Brauner Bär fiel also in ihre Abteilung. Dachte ich.

Gleichwohl freute ich mich auf ein Bärenfoto. Vom braunen Bären.
Die Überraschung war gross: Ein Schmetterling? Ein Schmetterling, der „Brauner Bär“ heisst? Das ist ja so als würde München jetzt „Paris“ oder „Venedig“ heissen. Oder ein Flugzeug „Kaffeetasse“.

Nothing is impossible.

Ich dachte an Filme, in denen der Mann fremd geht und von seiner Ehefrau überrascht wird. Der Standard-Satz heisst dann: Liebling, es ist nicht so wie es aussieht (Doch. Es ist dann doch so wie es aussieht. Meistens).

Ich dachte auch an Ufos. Da werden unbekannte „Flugobjekte“ am Himmel gesichtet. Das sollen dann „Aliens auf Weltreise“ sein? Und dann heisst es: Es ist nicht das, wonach es aussieht.

Wir erinnern uns: „Sheldon Cooper: Es ist nicht das, wonach es aussieht.“

Gut, dachte ich: Sei mal offen für Überraschungen!

Kein Bär, der Dich fressen will.
Kein Bär zum Knuddeln.

Dafür: Ein Bär, der Vertrauen zeigt.
Und so schön sein kann, dass die Designer von Prada & Co. ihre wahre Freude hätten.

Danke, Saskia-Marjanna Schulz.
Und danke, kleiner Brauner Bär.
Gute Reisen!


Lilli Cremer-Altgeld



Eliten erzählen: So klappt es mit dem Erfolg




Lilli Cremer-Altgeld



Die Prüfung bestanden ging ich als Seminarleiterin frisch ans Werk. Monate zuvor war ich Mitglied in einem Team, das für eine deutsche Universität „die Elite“ Deutschlands interviewte. Hier erfuhr ich, wie und warum Menschen so erfolgreich wurden. Diese Informationen band ich nun in meine Seminare ein.

Ich hatte eine gewisse Vor-Freude. Denn ich dachte: Die Menschen werden glücklich sein, wenn sie aus erster Hand erfahren, wie das so geht mit dem Erfolg. An welchen Rädchen man drehen muss – was man besser lassen sollte – und worauf es ankommt, dass der Mensch „so“ erfolgreich wird.

Ich dachte: Die Menschen machen sich nun bald ans Werk und loten aus, wie für sie selbst so ein Erfolgsweg aussehen könnte. Und fangen auch an, eine Vor-Freude auf ihr Glück zu empfinden.

Und wie war die Resonanz?
Wenig bis kaum Interesse an dem eigenen Erfolg.
Wie konnte das sein?

Vielleicht liegt es ja an mir,  dachte ich?
Ich muss diese „Erfolgsgeheimnisse“ einfach noch besser rüberbringen!

Dabei kam mir der Auftrag eines amerikanischen Konzerns sehr gelegen: Ich bekam die Aufgabe, eine Mitarbeiterbefragung zum Thema „Erfolg“ durchzuführen.

Nach dieser Studie wusste ich genau: Die Menschen hatten Angst vor dem Erfolg.
Angst vor dem Erfolg, den doch alle (?) so ersehnen?
Angst vor dem eigenen Erfolg?

Gewiss, es gab da diese Alphatiere, die sich vorstellen konnten in einer gewissen Metapher glücklich zu werden. Es war die Metapher: „Mein Ziel ist es, am Tegernsee eine Villa zu haben, den Blick von meiner Terrasse über das Tal schweifen zu lassen und mich an meinem Ferrari (wahlweise in Schwarz oder Feuerrot) zu erfreuen. Ich bin dann Coach und schreibe Bücher.“

Warum Coach?
Ich bin nun selbst Coach seit mehr als 20 Jahren. Ein schöner Beruf. Jedoch keiner, der unter das Vergnügungssteuergesetz fällt. 

Nein. Keiner von ihnen wurde Coach. Keine Villa, kein Tegernsee, kein Ferrari. Und das waren schon die Erfolgreichsten, die ich befragt habe. 

Die anderen Mitglieder der Studie gaben unumwunden zu: ICH HABE ANGST!.
Grössere Erfolge? Fehlanzeige. Immer wieder zeigte sich diese Angst.

Angst, der Aufgabe nicht gewachsen zu sein. Angst, den Weg nicht zu erkennen. Angst, den sozialen Kreis zu verlieren. Angst vor Neid und Missgunst. Angst vor sich selbst.

Angst kann man überwinden. Aber auch davor hatten die Menschen Angst.

Ich bekam eine zweite Chance, an einer Elitestudie  zu arbeiten. Diesmal hatte ich sogar die Möglichkeit, alle Interviews zu lesen. Mir fiel auf, dass es noch etwas anderes ist, was die „Elite“ der Presse erzählt – und was die Wissenschaftler/innen erfahren durften.  Ich erfuhr, dass es auch bei diesen Menschen Angst gab. Aber, dass es Netze gab. Netze aus echten Freundschaften,  die sie lange und kunstvoll geknüpft hatten. Und die sie immer wieder auffingen, wenn denn mal der grosse Sturm aufkam.

Diese Menschen wurden nicht weniger gebeutelt vom Leben als alle anderen Menschen auch. Aber sie hatten das Netz, das sie auffing. Sie hatten viel Zeit, Liebe und Wertschätzung in dieses Netz investiert. Nicht berechnend, nicht strategisch – obwohl vielleicht auch – aber vor allem, weil es dieser Elite ein echtes Anliegen war, das Gute im Menschen zu sehen und zu kultivieren, bauten sie immer wieder diese Netze.

Ganz expliziert erzählten diese Menschen an der Spitze der Gesellschaft, dass sie von dem Gedankengut Goethes beeinflusst waren. Und dieser Spruch auch ihr Leben durchwirkt: „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut“.

Kann man das auf die einfache Formel bringen: Wer gut (zu sich) und den anderen ist – wird vom Leben belohnt?  Bei den „Eliten“, die hier befragt wurden, zeigte sich hier ein eindeutiger Trend ab.

Jedoch gab es neben  „Netzen“ (ECHTE FREUNDE!)  und  Wertschätzung  weitere Ursachen.

Vor allem hatte es etwas damit zu tun, wie man sich selbst sah und sich auch selbst entwickelte. Das jeder Mensch besondere Begabungen hat, ist klar. Das diese gefunden werden müssen – auch.

Es gab da diese Gedanken, die ebenfalls Goethe zugeschrieben werden: „Unsere Wünsche sind Vorgefühle der Fähigkeiten, die in uns liegen, Vorboten desjenigen, was wir zu leisten imstande sein werden. Was wir können und möchten, stellt sich unserer Einbildungskraft außer uns und in der Zukunft dar; wir fühlen eine Sehnsucht nach dem, was wir schon im Stillen besitzen. So verwandelt ein leidenschaftliches Vorausgreifen das wahrhaft Mögliche in ein erträumtes Wirkliches.“

Dass es nicht nur darum geht, die Zukunft „zu ersträumen“, sondern dass diese Zukunft mit Arbeit, Disziplin und Konzentration verbunden ist, war allen Beteiligten bewusst. Und das haben alle Beteiligte auch bedingungslos für sich akzeptiert.

Noch etwas fiel mir auf. Diese Menschen hatten alle – mehr oder weniger – eine Affinität zu Mark Aurel. Oder einem der anderen Philosophen der Stoa. Nicht umsonst gilt die Stoa als der Wegweiser der Elite im angelsächsischen Raum.  Nicht umsonst führt gerade diese Philosophie zum Glück. Gedanken von Mark Aurel wie "Glücklich sein heißt einen guten Charakter haben“. (Selbstbetrachtungen VII) lassen dies erahnen.

Wenn Menschen nicht erfolgreich sind, hat es oft damit zu tun, dass sie Ängste haben. Ängste vor einer ungewissen Zukunft.  Ängste vor anderen Menschen. 

Aber: Ängste haben alle Menschen.
Es geht deshalb um den richtigen Umgang mit der Angst. Welche Angst ist gut und brauchbar – welche steht uns im Wege auf dem Weg zu uns selbst?

Was vielen Menschen weniger bekannt ist: Ängste kann man inzwischen auch ohne Therapie und Coaching überwinden. Wer seine Konzentration auf eine angstfreie Zukunft einstellt, wird seine Augen und Ohren weit offen haben – und so erkennen, was gerade für ihn hilfreich ist.

Wer sich von der Angst befreien kann – wird frei sein, sein Ziel und seinen Weg zu erkennen. Es geht vielleicht nicht von heute auf morgen. Aber es geht.

Ich habe immer wieder erlebt, dass Menschen die sich selbst schon aufgegeben haben, zu ihrem wahren Leben gefunden haben. Menschen, die sehr krank waren. Menschen, die aus einem traurigen Elternhaus kamen. Menschen, die nicht gefördert, sondern missbraucht wurden. Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens geboren und aufgewachsen sind.

Ich habe erlebt, dass jeder die Sonnenseite des Lebens finden kann. Ich bin sicher, dass jeder Mensch Wert ist, diese Sonne zu finden. Folge Deiner Intuition – ist der erste Schritt.

Lilli Cremer-Altgeld





Sonntag, 4. August 2013

"Begegnen wir der Zeit, wie sie uns sucht."



Foto: Saskia-Marjanna Schulz 
"Begegnen wir der Zeit, wie sie uns sucht."
William Shakespeare, Cymbeline


Liebe Menschen,

an den freien Tagen können wir uns finden. Wenn die Zeit „unsere Zeit“ ist. Wenn Eindrücke an uns vorüber ziehen, wenn wir uns beeindrucken lassen und wenn wir beeindrucken. Unsere Zeit lässt uns zu uns kommen – und wir sind wieder ICH. Gefühle können fliessen. Gedanken. Talente. Träume. Schöpferkraft geht ihren Weg.

Mögen Sie Ihre Zeit finden,
herzlichst
Lilli Cremer-Altgeld










Donnerstag, 27. Oktober 2011

Der Adler, der nicht fliegen wollte


Zeichnung und Foto: Ulla Witry

„Völker Afrikas! Wir sind nach dem Ebenbild Gottes geschaffen, aber Menschen haben uns beigebracht, wie Hühner zu denken und noch denken wir, wir seien wirklich Hühner. Aber wir sind Adler. Darum breitet Eure Schwingen aus und fliegt! Und seid niemals zufrieden mit den hingeworfenen Körnern." James Aggrey



James Aggrey wurde am 18. Oktober 1875 in Anamabu/Goldküste, dem heutigen Ghana/West-Afrika, geboren. Er ging in die USA und studierte am Livingstone College: Chemie, Physik, Logik, Wirtschaft und Politik. 1912 erhielt er den Doktortitel in Theologie, 1914 folgte der Doktortitel in Osteopathie. Danach arbeitete er für eine Gemeinde in North Carolina. Später zog es ihn wieder an die Universität – er studierte Soziologie, Psychologie und die Japanische Sprache. Durch Forschungsreisen, die er in Afrika unternahm, wurde er auch führenden Persönlichkeiten der Politik bekannt und soll sie nachhaltig beeinflusst haben – so z.B. Kwame Nkrumah, der zum ersten Präsidenten des unabhängigen Staates Ghana wurde. James Aggrey starb am 30. Juli 1927 in einem Krankenhaus in Harlem, New York City/USA.

Dienstag, 30. August 2011

... dann wirst du wie die Sonne geliebt werden

Photo: Saskia-Marjanna Schulz

Wie die Sonne nicht auf Lob und Bitten wartet, um aufzugehen, sondern eben leuchtet und von der ganzen Welt begrüßt wird, so darfst auch du weder Schmeichelei noch Beifall brauchen, um Gutes zu tun. Aus dir selbst heraus mußt du es tun: Dann wirst du wie die Sonne geliebt werden.

Epiktet.
Er lebte um 50 n.Chr. bis 138. Der Grieche kam als Sklave nach Rom und lernte dort Lehrer der Stoa kennen. Nach Neros Tod wurde er freigelassen. So konnte er eine Philosophenschule der Stoa gründen – sein Student Arrian hat seine Vorlesungen aufgezeichnet.

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Selbstmotivation

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Photo: Saskia-Marjanna Schulz